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Tag 3 Salzburg – Triest: Wandern, Wellness, Wein




Freitag, 02.07.21 – Störhaus – Berchtesgaden

Km 16, Hm rauf 550 (verlaufen, eigentlich täts nur nach unten gehen), Hm runter 1950, Gehzeit 4,5 Std. Unterkunft: Hotel Edelweiß


Ich bin zwei, dreimal in der Nacht aufgewacht, aber nur um zufrieden festzustellen: Mir ist warm. Um 6 Uhr bin ich wach (??) bin so richtig ausgeschlafen und mein erster morgendlicher Gedanke ist: Bauchmuskeln wären jetzt auch irgendwie cool. Die helfen bestimmt  beim Wandern. Ich liege plötzlich am Boden und mache 50 Situps. Und dann noch ne halbe Stunde Yoga. Letztes Jahr war ich nach München -Venedig SOO steif, irgendwie hatten sich alle Muskeln verkürzt. Ein Teil von mir bleibt mental im Bett liegen und guckt mir sehr verwundert zu.


Heute gilt es meinen im letzten Jahr erworbenen Titel als Wellness-Alpenüberquererin zu verteidigen. Heute wird ein GROSSARTIGER und ENTSPANNTER Tag…und es geht nur nach unten. (Denkt sie an dieser Stelle noch…)


Um halb 8 gibt es einen schnellen Kaffee und einen längeren Ratsch mit der sehr netten Hüttenwirtin. Sie findet das mit dem Corona ziemlich gut, also dass man jetzt weniger Tische stellen darf. 50 Leute in der Stube ist einfach so viel und man rennt den ganzen Tag und ist jeden Abend kaputt. 30 Plätze ist so viel besser und man hat auch mal Zeit mit den Gästen zu reden. Es gibt so viele die mir das hinter vorgehaltener Hand erzählen, dass das alles nicht nur Nachteile hat. So vielen, denen die Entschleunigung auch gut tut. Ein BISSCHEN weniger von allem.


Um 8 steh ich warm verpackt vor der Hütte, der Wind pfeift, es ist schon kalt, ein bisschen Nebel wabert umher. Aber es ist trocken, ich bin total vergnügt und, wie soll ich das  Gefühl nennen, so Entscheidungs-zufrieden? So eine Tour ist ja schon ein Stück Logistik, alles am Stück zu planen, man weiß ja im Februar nicht wie  Wetter und persönliches Befinden am 2.7. sein wird, wann Pausentage einplanen, wo mal kürzer treten? Aber heute fühlt es sich so richtig an, diese halbe Etappe nach Berchtesgaden. Habe ich gestern ziemlich mit mir gehadert, wie ich das alles schaffen soll wenn ich nach 500 HM und ein bisschen Fels-Gekraxel schon so kaputt bin, steht heute das vergnügte „alles richtig gemacht“ – Gefühl im Vordergrund. Mittags werde ich unten sein, in das großartige Hotel Edelweiß einchecken, Sauna und Massage die Muskeln wieder herstellen lassen und um halb 5 hab ich einen Termin: Da bin ich mit dem Mann im Whirlpool auf der Dachterrasse mit Watzmannblick verabredet. Es ist Freitag, er kommt von München runter und ab morgen laufen wir 4 Tage gemeinsam durch den Berchtesgadener Nationalpark die nächsten Etappen. Die Familie kommt später auch nach und wir essen da oben gemeinsam. Ich freu mich so.


Der Weg ist nur ganz am Anfang ein bisschen holprig und steinig, dann schlängelt er sich so leicht und munter um die Berge drumrum, das sind meine Lieblingswege. Ich sehe Gemsen in der Ferne spielen, die Luft ist so klar und es bleibt wolkig, aber das macht nichts! Und es geht nur bergab auf immer leichteren Wegen.


Regentropfen hängen noch an den Gräsern, es geht durch grünen Wald, ich begegne fast niemandem.



Ich hätte das niemals genießen können, zusätzlich zum gestrigen Tag, es sind echt einige km. Das noch oben drauf? Neee. Und heute ist es so schön.  Alles richtig gemacht. Irgendwann kommt ein Abzweig, links runter nach Berchtesgaden. Geradeaus geht es… woanders hin. Ich gehe natürlich links. Und stelle nach einer ganzen Weile beim Routine-Blick auf mein Handy fest, der blaue Punkt ist ganz wo anders als der blaue Strich! Ich sehe zwar schon, dass ich hier auch ans Ziel komme, aber ich bin früh dran, meine Beine laufen heute irgendwie von selbst und es lohnt sich eigentlich immer auf dem „Rother-Weg“ zu bleiben. Das war schon letztes Jahr so. Und bei dieser Ausgabe hab ich noch mehr das Gefühl, der Autor hat jeden Meter händisch liebevoll ausgewählt. Also kehre ich um und jetzt geht es steil zurück nach oben. Es waren doch fast 500 Hm aber ich bin in einer Stunde wieder am Abzweig. Wieso geht das heute so leicht? Einen großen Teil des nun wieder „richtigen“ Weges jogge ich nach unten.


Der Mann wird mich später schimpfen ich mache mir die Knie kaputt mit dem schweren Gepäck, aber mach ich gar nicht! Von den 1,5h „Umweg“ hole ich fast eine wieder rein! Und dann biege ich auch schon Richtung Berchtesgaden Ortsmitte und erreiche kurz drauf den Markplatz.



Um 13 Uhr stehe ich vorm Hotel, einchecken kann man eigentlich erst ab 15 Uhr. Ich wäre völlig zufrieden mit etwas Wlan in der Lobby aber ich kann gleich schon aufs Zimmer, kann Wäsche abgeben, die wenige Stunden später frisch am Zimmer liegt und ich würde ja wirklich gerne schreiben. Aber jetzt muss ich doch gleich in die Sauna und danach hab ich noch einen Massagetermin bekommen! Es tut so so so gut, sie zeigt mir welche Muskeln ich wie dehnen soll jeden Tag. Und lobt mich, für einen Weitwanderer wär ich ja noch ganz gut beinand. Ich verrate ihr nicht, dass es erst Tag 3 ist…Letztes Jahr im Zillertal hatte ich auch eine Massage, da bin ich 60 Minuten lang ausgeschimpft worden, wie man sich nur so zurichten kann. Heute werde ich gelobt. Viel besser.

Als ich fertig bin liegt der Mann schon auf der Dachterrasse. Ich schwimme noch ein paar Runden – die für mich aller-allerbeste Gegenbewegung zum Rucksacktragen – und dann gehts in den Whirlpool. Von da sieht man genau unsere morgige Tour. Das sieht alles so schön aus und ich freue mich auf die nächsten Tage.



Es gibt einen Aperitif draußen, über den Dächern von Berchtesgaden mit Rundum-Bergblick!



In die andere Richtung die morgige Tour in 3D 🙂



Das Abendessen ist sooo gut, dauert aber ein bisschen.. Ich habe irgendwie den ganzen Tag noch nichts gegessen und der Rotwein schlägt schon sehr stark an… Es wird ein sehr lustiger Abend und Essen gibt es dann irgendwann auch: Burrata auf Grillgemüse, Spargelrisotto und Rehrücken. Und natürlich Nachtisch. Und noch ein bisschen Wein.







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